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IM WANDEL DER ZEIT... seit Jahrhunderten ist das Brunnenwärterhaus am Sauerbrunnen ein Gesundheits-, Ausflugs- und Vergnügungsort. Ebenso sicherlich auch ein Ort, der den Menschen schwere körperliche Arbeiten abverlangte, um das Brunnenwasser abzufüllen und zu transportieren. Das gesamte Gelände um die Quellen herum hat eine turbulente Geschichte hinter sich und den gehörte den Gemeinden Schwalheim und Dorheim. 1779 wurde es dem Landgrafen von Hessen-Kassel, Erbprinz Wilhelm IX übereignet. Dieser Eigentümerwechsel brachte einschneidende Folgen für die Betriebsweise des Sauerbrunnens mit sich. Das spätbarocke Brunnenwärterhaus wurde, wie wir es heute kennen, errichtet. 1783 war man stolz darauf, 23.000 Krüge mit Siegel und der Aufschrift „Schwalheimer Mineralwasser“ verkauft zu haben. Mit zunehmender Produktion mussten weitere Wirtschafts- und Wohngebäude errichtet werden. 1838 / 39 wurden bereits 132.700 Krüge verkauft, nicht zuletzt deshalb, weil das Befüllen „mittels Anwendung von Füllmaschinen und Kraneinrichtungen“ vorgenommen wurde. Bei einer feierlichen Zeremonie wurde das „Kurhaus“ südlich des Brunnenwärterhauses eingeweiht. 1846 begann der Aufstieg Nauheims mit der Entdeckung des sogenannten „Großen Sprudels“. 1854 übernimmt es eine französische Spielbankgesellschaft, die Kuranlagen um den großen Sprudel herum aufzubauen und zu unterhalten. Dafür durften Franzosen in der Spielbank die Kugel rollen lassen, und das mit solch großem Erfolg, dass das Bankinstitut „Mathildenstift“ im benachbarten Friedberg jedem „Angehörigen des Kreises, der in öffentlichen Spielbank spielt, den „Anspruch auf Credit und Unterstützung“ verweigerte. Viele Mitarbeiter der Spielbankgesellschaft wurden in Schwalheim ansässig und die Bürger profitierten davon. Es entstand ein regelrechter kleiner Kurort auf dem Gelände der Quellen. In den folgenden Jahren... fanden viele öffentliche und private Veranstaltungen statt, auf dem unter Kastanien errichteten überdachten Tanzboden traf sich ganz Bad Nauheim und Umgebung. Anfang der sechziger Jahre dieses Jahrhunderts fielen alle großen Gebäude mit Ausnahme des Brunnenwärterhauses dem Abrissdrang damaligen Zeit zum Opfer... Bis 1997 wurde das nun wieder einzelstehende Gebäude durch Mitarbeiter des Hessischen Staatsbades als Wohnhaus genutzt, bis es nach langwierigen Verhandlungen mit dem Land Hessen von der Stadt Bad Nauheim erworben werden sollte. Ende 1998 begann nach umfangreichen Recherchen und Abstimmungsgesprächen mit der Denkmalpflege die Sanierung des als Kulturdenkmal eingestuften Gebäudes. Ziel der Bad Nauheimer Wohnungsbaugesellschaft bei der Wiederherstellung war es, das Haus wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und eine attraktive Nutzung auf Basis der historischen Pläne aus dem 18. Jahrhundert zu ermöglichen. Am 24. Oktober 1999 wurde das Restaurant „Brunnenwärterhaus am Sauerbrunnen“ eröffnet. Im Jahre 2001 wurde der Erweiterungsbau des Brunnenwärterhauses angebaut. Seit dem Sommer 2002 ist das Brunnenwärterhaus mit seinem Biergarten fertiggestellt. Die Außenanlage ist in Ihrer parkähnlichen Konzeption erhalten geblieben und unter den alten Kastanienbäumen können wieder kleine und große Feste gefeiert werden. |
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